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Überfallen in Rio de Janeiro

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Überfallen in Rio de Janeiro

 

Eins vorneweg auch wenn der Titel Böse so klingt als währe Rio gefährlich ist es dies nicht!

Die Favelas in Rio sind längst von Kriminalität befreit bis auf die eine Favela, welche sich weit auswärts des Stadtzentrums befindet.

An all den anderen Favelas gibt es als Rio Reisenden mit Interesse zur Stadt und Kultur kein vorbeikommen, den mehr als 25% von Rio sind Favelas.

überfallen

Nun aber ganz von vorne, nach meiner 3 Monatigen Südamerika Reise hielt ich mich nun schon bald 2 Wochen in Rio de Janeiro auf und genoss die Stadt in ihren vollen Zügen, schliesslich wahr ja nicht nur in Europa Carneval sondern auch in Rio.

Im Hostel sprachen sich zwar schon seit ein par tagen die Erlebnisse herum das es den ein oder anderen überfall in unseres Strasse gab, Hauptsächlich nachts, so dass ich mittlerweile nur noch mit dem allernötigsten auf die Strasse ging. Doch wirklich daran glauben konnte und wollte ich nicht. In der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr lief ich alleine nachhause vom Party viertel – immer ein wenig die Gespräche aus dem Hostel in den Hintergedanken, doch all zu gross störte mich das nicht. Schliesslich war bis jetzt noch nichts passiert, nicht hier in Rio oder sonst irgendwo auf irgendeiner meiner Reisen!

Überfallen

Der Letzte Tag brach herein und dieser sollte nicht anders aussehen wie bei jedem Touristen, Frühstücken, Packen, Auschecken und Gepäck zwischenlagern im Hostel, anschliessend ging es dann zum Obligaten Souvenirs Shopping für meine allerliebsten die zuhause geblieben sind.

Alles so weit wunderbar, bis auf ein ewig langes suchen nach den richtigen Goodies verlief alles gut und so konnte ich mich gegen 14 Uhr wieder zurück in Hostel machen.

Gleicher weg wie jeder Tag, mitten durch die Favela, die Armut und die abgerockten Häuser hoch zur etwas besseren situierten Favela, auf dem weg etliche schmale und vielleicht etwas düstere Gassen genommen.

Die Letzte lange Gasse, breit und licht durchflutet, von Menschen belebt, in dieser Strasse bittet mich ein junger bleicher Mann auf Französisch um eine Zigarette. Ich erkläre kurz meine beschissenen Französisch Kenntnisse und wir wechseln ins Englisch.

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Nach kurzem Smalltalk verändert sich der Gesichtsausdruck des jungen Mannes urplötzlich ins düstere und er zieht aus seinem Hosenbund eine Halbautomatik Handfeuerwaffe hervor, kurz durchgeladen und mir mit den Worten „Money“ mir ins Gesicht gestreckt.

 

Uups, das mein Englisch so schlimm ist dachte ich nun wirklich nicht!

 

Nein, das wahr es definitiv nicht was mir in diesen Sekunden durch den Kopf schoss, aber auch keine Kugel zum Glück.

Viel dachte ich in diesem Moment nicht, es war wohl eher ein analysieren und Realisieren der Situation. Dementsprechend kam die etwas unkluge Antwort; Nein, welche den Kollegen etwas lange drein schauen lies.

Da Standen wir also mitten auf der Strasse am hellichsten tag in Rio das Bleichgesicht mit seiner 9mm, ich und mittlerweile noch ein par scheue köpfe die aus dem Fenster ragten.

Herr Bleichgesicht wiederholte seine Forderung noch 2-3 mal und bekam jedes mal die selbe Antwort, was ihn nicht gerade selbstbewusster aussehen liess. Verzweiflung machte sich breit – auf beiden Seiten. Wie kommen wir da jetzt wieder raus ohne grosses tam tam?

Während ich mir gerade so überlege wie es am einfachsten ist Herr Bleichgesicht beizubringen das es besser ist wenn jetzt jeder wieder seinen weg geht beginnt er urplötzlich zu rennen.

In 2 Sätzen ist er bereits vorbei und mit ihm ist auch meine Sonnenbrille weg die bis vor wenigen Millisekunden noch so schön auf meinem Kopf sass.

Kurz überlegt, ein Blick auf meine Flip Flops und die beiden Taschen geworfen in meinen Händen, da fiel es mir nicht mehr schwer Herr Bleichgesicht ziehen zu lassen. Nachrennen für eine Sonnenbrille? Nein, für heute hatte ich wohl schon genug Schutzengel.

Doch etwas angepisst darüber überfallen worden zu sein lief ich dann zurück ins Hostel um noch die letzte Dusche in Rio zu geniessen bevor es ab zum Airport ging.

18 Stunden dauerte meine Heimreise von Rio de Janeiro via Sao Paulo und Paris bis zur letzten Landung in Zürich. Genügend Zeit mir über das erlebte den ein oder andern Gedanken zu machen.

Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte es mich so gut wie nicht, bis auf das ich ziemlich genervt war das mir meine geliebte Oakley Jupiter Sonnenbrille fehlte und nach all den Reisejahren nun das erste mal etwas schief ging in dieser Richtung.

Nur eine Frage bleibt und wird es bleiben bis zur nächsten grossen Reise im kommenden Winter .

Werde Ich noch so unbeschwert Reisen wie bis anhin?

Oder wird da in Zukunft jedes mal ein mulmiges Gefühl auftreten wenn es auf entdeckungstour abseits der Touristenströme geht?

Die nächst Reise wird es zeigen, wenn ja währe dies der grösste Verlust, Materielles kann man ersetzen aber der Verlust der Reisefreude ist ein grosser.

 

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