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Das Outback Australiens – Trouvaillen

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Das Outback Australiens

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Das australische Outback, das wilde Hinterland des 5. Kontinents!

Fragt man einen Australier nach dem Outback, kann es passieren, dass er mit einer weit ausholenden Handbewegung landeinwärts deutet. Das stimmt ja auch irgendwie.
Dieses riesige Gebiet im Landesinneren Australiens besitzt keine eindeutig festgelegte Grenze. Es beginnt da, wo die Zivilisation aufhört und wo ausserhalb der wenigen Siedlungen und Städte kaum Menschen leben.
Das Outback nimmt mehr als drei Viertel des australischen Kontinents ein: neben den Wüsten und Steppen mit kargem Weideland, verwitterten Gebirgszügen und ausgetrockneten Flussläufen gehören auch die einsamen Küstenregionen im Süden und die Regenwälder des tropischen Nordens dazu. Trotzdem lebt hier nur ein Bruchteil der australischen Bevölkerung. 85% der Menschen siedeln in den grossen Städten im Osten, Südosten und Westen.
Die klimatischen Unterschiede im Outback sind gross. Während der tropische Norden hohe Niederschläge aufweist, haben die Menschen im Landesinneren gegen extreme Trockenheit, unfruchtbaren Boden und Wasserknappheit zu kämpfen. Die seltenen Regenfälle überschwemmen häufig das ganze Land und machen sämtliche Verkehrswege unpassierbar.
Die ursprüngliche Pflanzen- und Tierwelt des Outbacks hat stark unter der Acker- und Weidewirtschaft, dem Bergbau und der Holzgewinnung der weissen Siedler gelitten. Trotzdem findet man hier noch heute einen ungezähmten Naturraum mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt vor. Mit seinen grossen Weiten, die sich schier endlos bis zum Horizont erstrecken, symbolisiert das Outback das Wesen Australiens in seiner ursprünglichsten Form.

Reiseziele

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Das Top End

Die Region namens Top End markiert den Bereich der Tropen im Northern Territory und umfasst eine Fläche von etwa 400’000 Quadratkilometern. Im Norden liegt Darwin, die isolierte Hauptstadt. Es gibt Feuchtgebiete, einsame Schluchten, heisse Quellen und grosse Flüsse. Man teilt die Einsamkeit mit gefährlichen Salzwasserkrokodilen, Millionen Ameisen, Termiten und lästigen Moskitos und Sandflies. Aber die üppige Natur, geschützt in vielen Nationalparks und Nature Reserves, ist mehr als beeindruckend am nördlichen Ende des Kontinents.
Hauptziel naturinteressierter Besucher im Top End ist der Kakadu Nationalpark, einer der sehenswertesten Nationalparks der Erde. Kakadu ist ein Ort der Extreme. Von überschwemmten Tiefländern bis zu trockenen Sandsteinplateaus tummeln sich hier ein Drittel aller Vogelarten Australiens. Dazu Krokodile, Kängurus, Reptilien und natürlich Fische und Moskitos im Überfluss. Der Park ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten und gleichzeitig grösster Touristenmagnet im Norden Australiens. An über 1’000 Orten findet man Galerien mit Felszeichnungen der Ureinwohner, zum Teil zehntausende von Jahren alt. Wegen der einmaligen Kombination aus Natur und Kultur wurde Kakadu von der UNESCO zum „Erbe der Menschheit“ erklärt.
Der „kleine Bruder“ des Kakadu Nationalparks ist der Litchfield Park. Das Sandsteinplateau der Tabletop Range gehört mit den Wasserfällen am Plateauabbruch, der guten Möglichkeit zum Schwimmen und Buschwandern und der einfachen Anfahrt zu den Haupt-Touristenattraktionen des Top End.

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Never Never

Südlich an das „Top End“ schliesst das Gebiet „Never Never“ an. Die touristische Hauptattraktion ist der Nitmiluk National Park, auch Katherine Gorge genannt. Das Land ist im Besitz der Aborigines, die es an die australische Regierung zurückverpachtet haben.
Die tiefen Schluchten des Katherine River 330 km südlich von Darwin, 30 km lang und eingefasst von hohen Steilwänden, ziehen jedes Jahr viele Touristen in ihren Bann. Hier kann man eindrucksvolle Bootsfahrten unternehmen, entweder in einem Flachboot oder individuell im Kanu. Im Nationalpark befinden sich auch markierte Wanderwege, nicht für gemütliche Spaziergänge, sondern eher für Wildnisabenteurer mit Rucksack und Zelt. Für eine Wanderung über mehrere Tage bietet sich der 58 km lange Jatbula Trail an.

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Australia’s North West

Kimberley – die nördlichste Region ist berühmt für seine Schönheit und Dramatik. Hier wurden durch die Naturgewalten in Jahrmillionen einmalige Landschaftsformen geschaffen. Z.B. Cable Beach bei Broome, mit seinen 22 Kilometern Länge einer der Top-3-Strände der Welt.
Einmalig auch die Kalksteinschluchten der Geiki Gorge oder Windjana Gorge. Kununurra ist das östliche Zentrum der Region und Ausgangspunkt für Touren zum Lake Argyle, dem grössten Stausee Australiens und zum Massiv der Bungle Bungle im Purnululu Nationalpark. Diese Felsen, entstanden aus einem 350 Mio Jahre alten Bergmassiv, erwecken den Eindruck riesiger Bienenkörbe. Wer ein echtes Abenteuer erleben möchte, sollte sich das Erlebnis „Gibb River Road“ nicht entgehen lassen. Auf der unbefestigten 670 km langen Strasse fährt man quer durch den Norden der Kimberleys.
Port Hedland wurde durch riesige Eisenerzvorkommen bekannt. Hier ist alles riesig – selbst die Transportzüge sind bis zu 6 Kilometer lang! Die eigentlichen Attraktionen sind natürlichen Ursprungs. Hier wartet ein 2,5 Milliarden Jahre altes Abenteuer; raues, unverfälschtes Outback. Die dramatische Schluchtenlandschaft des Karijini Nationalparks, Westaustraliens zweitgrösster Nationalpark, bietet bei wechselndem Tageslicht die besten Foto-Motive. Atemberaubend ist der Blick vom Aussichtspunkt bei Dämmerung, wenn die vier zusammentreffenden Schluchten rot in der australischen Sonne glühen, umrahmt von mit Spinifex-Gras bewachsenen Hängen. Die Oase des Millstream-Chichester Nationalparks mit seinen unterirdisch gespeisten Teichen ist ein Paradies für Tierbeobachtungen. In der sonst so trockenen und heissen Pilbara Region bieten die Süsswasserquellen eine willkommene Abwechslung.

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Australia’s Golden Outback

Hier lebt der wahre Zeitgeist des abenteuerlichen australischen Hinterlandes weiter. Das Zentrum der Region Kalgoorlie-Boulder befindet sich nur 600 km östlich von Perth, und doch in einer anderen Welt. Die meisten Orte in dieser Gegend wurden während des grossen Goldrausches 1890 errichtet. Heute lassen sich die Wundertaten der Siedler bei der Besichtigung der alten Gebäude, Schau-Bergwerke und Geisterstädte noch erahnen. Lohnenswert sind besonders der Besuch des Visitor Centre des berühmten „Royal Flying Doctor Service“ am Flughafen von Kalgoorlie und der „Super-Pit-Goldmine“. Dieser Tagebau erstreckt sich über etwa 3,5 Kilometer Länge, 1,5 Kilometer Breite und 360 Meter Tiefe. Das Bergwerk hat somit fast die identische Grösse wie der Uluṟu (Ayers Rock) in Zentralaustralien. In „Super-Pit“ sind 550 Personen beschäftigt. Sie arbeiten in einem Zweischicht-System an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr, und fördern dabei jährlich 850’000 Unzen (28 Tonnen) Gold. Das Bergwerk kann täglich von 7 bis 19 Uhr besichtigt werden.

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Flinders Ranges & Outback

Die Region Flinders Ranges & Outback nimmt mehr als zwei Drittel des Bundesstaates South Australia ein und ist somit etwas grösser als Frankreich. Bei der Flinders Ranges handelt es sich um den grössten Gebirgszug Australiens, der sich über 430 km von Port Pirie im Süden bis zum Lake Callabonna und dem Mount Hopeless im Norden erstreckt. Das Outback von South Australia umfasst hingegen die Bereiche östlich, nördlich und nordwestlich der Flinders Ranges. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Gebietes gehören Coober Pedy und der Lake Eyre.
Auch wenn es sich bei Coober Pedy nicht gerade um den schönsten Fleck der Welt handelt, so hat der Ort trotzdem jede Menge Interessantes zu bieten. In dem Wüstenstädtchen leben etwa 3.000 Einwohner, die aus mehr als 40 Nationalitäten zusammengewürfelt sind. Jedes Jahr reisen tausende Touristen mitten in die Wüste Australiens, um sich Coober Pedy aus der Nähe anzuschauen und mit etwas Glück sogar den ein oder anderen Opal zu finden.
Wer sich allerdings so richtig tief ins Outback begeben möchte, der sollte den grössten Salzsee der Erde besuchen, den Lake Eyre im Lake Eyre National Park. Um zu diesem Naturphänomen mitten in der heissen Wüste South Australias zu gelangen, muss man mindestens einem Teil des unbefestigten Oodnadatta Tracks folgen.
Andere beliebte und spektakuläre Naturschutzgebiete in der Region Flinders Ranges & Outback sind u.a. der Flinders Ranges National Park, der Mt Remarkable National Park, der Vulkathunha-Gammon Ranges National Park und der Witjira National Park.

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Broken Hill – New South Wales Tor zum Outback

Für die meisten Australier ist die Bergbaustadt Broken Hill das Synonym für „Langeweile im Busch“ schlichtweg. Broken Hill ist aber eben auch in vielen anderen Punkten „quite different“. Die Uhren ticken anders. Seine Bewohner auch, sagen böse Zungen. Eigenwillig sollen sie sein, stur behaupten manche. Man kann sich vor Ort davon – oder auch vom Gegenteil – überzeugen. Auf jeden Fall haben sie eine eigene Zeitzone. Obwohl die Stadt noch im Bundesstaat New South Wales liegt, gehen die Uhren nach südaustralischer Zeit. Das liegt an der relativen Nähe der beiden Städte und den wirtschaftlichen Beziehungen, die schon von Anfang an mehr mit Adelaide, als mit Sydney gepflegt wurden.
Lohnenswertes Ziel auf der Weiterfahrt von Broken Hill ist für viele Reisende der Mungo National Park. Vor mehr als 40’000 Jahre lebten Menschen am Ufer des Lake Mungo, der vor über 15’000 Jahren ausgetrocknet ist. 1981 wurde das Gebiet um die Willandra Lakes als UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Hauptattraktoin ist die – nicht ganz einfach zu erreichende – Sanddüne „Walls of China“.

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Outback Mittel- und Südqueensland

Das Outback in Queensland bietet tiefrote Savannen und Wüstenlandschaften bizarre Felsformationen, üppige Oasen mit einer reichen Tierwelt sowie bedeutende Fossilienfundstätten und Vulkanlandschaften. In Winton wurde ein wichtiges Stück australischer Geschichte geschrieben: Der Ort ist die Heimat der heimlichen Nationalhymne „Waltzing Matilda“. Auch die australische Fluggesellschaft Qantas wurde hier gegründet. Das Qantas Museum im nahegelegenen Longreach fasziniert mit einem Spaziergang auf den Flügeln einer Boeing 747 und vielen anderen Fluggeräten, die von der langen Geschichte der ältesten Fluggesellschaft der Welt erzählen. Birdsville ist das bekannte Städtchen am Rande der berühmten Simpson Desert, in der einmal im Jahr die Birdsville Races stattfinden – eine Art Rodeo, das bis zu 5000 Besucher aus ganz Australien anlockt.

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Outback Nordqueensland

Endlose Weiten kennzeichnen diese ursprüngliche Wildnis, in der es auch riesige Schafs- und Rinderfarmen gibt. Ausserdem herrschen hier extreme Klimaverhältnisse. Der Reisende wird aber selbst bei Hitze oder Mückenplage durch fantastische Farbspiele von Himmel und roter Erde belohnt. Hauptort des Landesinneren von Queensland ist die Zink-, Kupfer- und Silber-Bergbau-Stadt Mount Isa. Sie ist mit einem Gebiet von 40‘977 qkm (Schweiz: 41‘285 qkm) die flächenmässig grösste Stadt der Welt. Die Region wird begrenzt im Süden durch den Flinders Highway, im Norden durch den Gulf of Carpenteria, im Westen durch die Staatsgrenze zum Northern Territory und im Osten durch die Great Dividing Range. Mount Isa wird vom Leichhardt River durchflossen, welcher aber in der Regel nicht ganzjährig Wasser führt.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist der etwa 340 km nordwestlich gelegene Boodjamulla (Lawn Hill) National Park mit Quellen, Flüssen, Felsmalereien der Aborigines, Wanderwegen, „Freshies“ (Süsswasserkrokodile) und der Fundstelle der in Mount Isa ausgestellten Fossilien. Für die Strecke sollte man sich mindestens 4 bis 5 Stunden Zeit nehmen und einen Geländewagen benutzen.

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Tennant Creek & Barkly Region

Die Barkly Region befindet sich im Northern Territory und ist eine der dünnst besiedelten Gegenden Australiens. Knapp 7.000 Einwohner leben in einem Gebiet so gross wie Italien. Es verwundert daher nicht, dass es in der Barkly Region kaum wirkliche Orte gibt. Die einzigen Ortschaften sind Elliot (400 Einwohner) und Tennant Creek (3000 Einwohner). Die meisten übrigen Bewohner leben hauptsächlich in kleinen Siedlungen, deren Zentrum meist ein Roadhouse ist (z.B. Threeways, Banka Banka, Renner Springs usw.). Trotz dieser menschenleeren Einöde hat die Barkly Region dennoch das ein oder andere Highlight zu bieten, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.
Ein absolutes Muss ist die Besichtigung der ungefähr 12km im Norden von Tennant Creek liegenden Pebbles (Kunjarra) sowie der bekannten Devils Marbles (Karlu Karlu), die sich rund 105km südlich der Stadt befinden.
Als heilige Stätte der Aborigines spielt Karlu Karlu mit seinen mehreren tausend Granitfelsen für die australischen Ureinwohner eine wichtige zeremonielle und spirituelle Rolle. Die markante Form erhielten die Teufelsmurmeln aufgrund von Erosion und Verwitterungsprozessen. Die durch Eisenoxid rot gefärbten Devils Marbles wurden von den Aborigines als Eier der Regenbogenschlange aufgefasst und weisen deshalb eine direkte Verbindung zur Traumzeit auf.

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Central Australia/Alice Springs & MacDonnell Ranges

Alice Springs bildet mit seinen knapp 30.000 Einwohnern die Hauptsiedlung der Region Central Australia und ist somit die zweitgrösste Stadt des Bundesstaates Northern Territory. Zudem gibt es keine andere australische Metropole, die so zentral im Land und damit so isoliert liegt. Die nächst gelegenen Städte sind Darwin im Norden (1.500 km) sowie Port Augusta im Süden (1.230 km).
Die immer noch ein wenig pionierhafte Wüstenstadt am Todd River – einem Fluss, der nur an wenigen Tagen im Jahr Wasser führt – ist auch der perfekte Ausgangsort für Ausflüge in die East- und West MacDonnell Ranges, die jede Menge Naturhighlights der Extraklasse zu bieten haben. Das Gebirge der MacDonnell Ranges ist eines der ältesten der Welt. Es besteht aus stark verwittertem Rotgranit, verläuft rund 400 km in Ost-West-Richtung mit Höhen von 500-1500 m. Es ist gekennzeichnet durch besonders eindrucksvolle Schluchten, in denen sich auch während des heissen Sommers noch Leben um die wenigen Wasserlöcher findet. Zu den schönsten Gorges, Gaps und Billabongs der „Macs“ gehören Standley Chasm, Ormiston Gorge, Finke Gorge, Simpsons Gap, Ellery Creek Big-Hole und Palm Valley – um nur einige zu nennen.

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Central Australia/Uluru, Kata Tjuta & Kings Canyon

Der Uluru (Ayers Rock) ist das Wahrzeichen des Roten Zentrums und ein ‚Muss‘ für jeden Australienreisenden. Er liegt im Uluru-Kata Tjuta Nationalpark und ist der heilige Berg der Ureinwohner. Er erhebt sich weithin sichtbar aus der Ebene und wechselt seine Farben bei Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang – je nach Wolkenbildung und Stand der Sonne. Wenn die Attraktion ausnahmsweise durch die seltenen Regenfälle ausfällt, erwartet einem der seltene Anblick eines dunkelroten Uluru von dem für wenige Stunden beeindruckende Wasserkaskaden herabstürzen, eventuell begleitet von Blitz und Donner.
Nicht weit vom Uluru liegen die Kata Tjuta (Olgas), im Gegensatz zum Rock ein Konglomerat aus kuppelähnlichen Felsbergen. Auch hier kann man – wie auch am Uluru – sehr schöne Wanderungen unternehmen.
Die bizarrste und grösste Schlucht (über 100 m Höhe und 1 km Länge) in Zentralaustralien ist der Kings Canyon mit seinen farbenprächtigen Felswänden in Gelb-, Grau- und Rottönen. Auf dem Boden des Canyons stehen grosse Fluss-Eukalypten im Trockental. Ein Besuch des Kings Canyon lässt sich gut mit dem Uluru (Ayers Rock) kombinieren. Entweder über den Lasseter und Luritja Highway (asphaltiert) oder über die Mereenie Loop Road via Glen Helen (Allrad-Strecke).

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Musik / Bücher / Filme

Midnight Oil „Beds Are Burning“
„Beds Are Burning“ ist ein politisches Lied, es handelt von der Rückgabe von Land an die Pintupi, einen australischen Aborigines-Stamm. Der Stamm war erst in den 1930ern in der Gibsonwüste entdeckt worden, es folgten gewaltsame Vertreibungen in den 1950ern und 1960ern Jahre in die Siedlung Papunya. 1981 kehrten sie an ihren Ursprung zurück und gründeten die Siedlung Kintore.
Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 spielte Midnight Oil den Song auf der Schlussfeier, ganz in schwarz gekleidet und mit der Aufschrift: „Sorry“.

Slim Dusty „Waltzing Matilda“
Peter Garret, Ex-Sänger von Australiens Rock-Legende Midnight Oil, sieht in ihm „Australia’s great communicator“. Er war in der Lage alle Generationen zu überwinden und wird als „Stimme Australiens“ gesehen. David Gordon Kirkpatrick alias Slim Dusty (1927 – 2003) gilt als der bedeutendste australische Country-Sänger. 1957 hatte er einen Welthit: „A Pub With No Beer“, die erste Single, die in Australien Goldstatus für ihre Verkäufe erzielte und er sang in seiner einzigartigen Weise „Waltzing Matilda“ und beeindruckte damit Milliarden am Bildschirm bei der Abschiedsfeier der Olympischen Spiele 2000 in Sydney.
Über Authentizität gibt es bei ihm gar keine Zweifel. Unzählige Auftritte hatte er auf den staubigen Showgrounds, bei Rodeos, in weit entlegenen Städten und Dörfern, in Flussbetten, auf LKWs, in Outback-Schulhöfen. Peter Garret erinnert sich, dass Midnight Oil in den 80ern auf ihrer Wüstentournee immer wieder hörten „Slim war schon hier“. Dabei dachten Garret & Co. sie wären die musikalischen Pioniere im Outback. Slim verstand es, wie Garret übrigens auch, die Kluft zwischen Aboriginals und weissen Australiern zu überwinden und spielte für alle Australier. Wer Australien hören und fühlen will, dem kann man nur empfehlen eine CD von Slim Dusty einzulegen. Es wirkt, garantiert.

Traumpfade
Dies ist der letzte Roman des 1989 mit knapp 50 Jahren verstorbenen Engländers Bruce Chatwin. Darin schildert er eine Reise durch Australien. Er ist auf der Suche nach den Ursprüngen der Bedeutung der „Songlines“, den unsichtbaren, labyrinthischen Wegen, auf denen die Ahnen der Aborigines wanderten, und die bis heute nicht überschritten werden dürfen.
„Das Buch »Traumpfade« ist ein phantastischer Irrgarten voller Anekdoten, Spekulationen und Beschreibungen, faszinierend und anrührend in einem“ urteilte die New York Times. Die Berliner tageszeitung hingegen schrieb über Chatwin und seine Lesergemeinde ziemlich bissig: „Das Missverständnis, dass ein Teil seiner schnell wachsenden Leserschaft seine Texte als Reise- und Mythenführer missverstand, konnte er nicht verhindern: Mythenselige Traveller nehmen bis heute seine poetischen Mutmassungen über die Aborigines in den »Traumpfaden« für bare Münze und wandeln chatwinesk in der australischen Einöde.“
Welche Einschätzung man auch immer teilt; Tatsache ist, dass man in Chatwins Buch interessante erzählerische Versuche findet, sich der tiefgründigen und teilweise abwehrend verschlossen gehaltenen Mythologie der Aboriginies anzunähern.

Die wahre Geschichte von Ned Kelly und seiner Gang
Ned-Kelly-Biografien gibt es zuhauf; schon zahlreiche namhafte Schriftsteller haben sich mit mehr oder minder grossem Erfolg an dem Stoff versucht. Dem australischen Booker-Preisträger Peter Carey gelingt es, dem Leben des irischen Einwanderersohns eine gänzlich neue, hochspannende und zutiefst faszinierende Facette abzugewinnen: Er lässt ihn selbst zu Wort kommen, in Form eines Lebensberichtes, den Ned Kelly kurz vor seinem Tod für seine kleine Tochter aufgezeichnet hat. In einer ganz eigenen ungebärdigen Sprache lässt Kelly sein Leben Revue passieren, von der harten Kindheit über seine ersten Konflikte mit dem Gesetz, seine unfreiwillige „Lehrzeit“ bei einem finsteren Berufs-Outlaw und seine steile kriminelle Karriere (mit Pferdediebstählen, Banküberfällen, Polizistenmorden) bis hin zu dem legendären Scharmützel, bei dem er in einer selbst geschmiedeten eisernen Rüstung seiner in einen Hinterhalt gelockten Gang zur Seite stehen wollte und schliesslich doch verhaftet und zum Tode verurteilt wurde.
Dass Ned Kelly trotz seiner kapitalen Verbrechen schon zu Lebzeiten ein Held wurde, liegt daran, dass er seine ganzen Energien gegen die mit Willkür und Brutalität herrschenden Kolonialherren richtete und dabei den Armen gegenüber stets grosszügig war. So hat Carey es leicht, uns Ned Kelly als sympathischen Helden zu schildern, der diese kriminelle Laufbahn nie angestrebt hat, sondern nichts lieber wollte, als nach dem frühen Tod des Vaters seine Mutter und seine Geschwister mit seiner Hände Arbeit durchzubringen. Doch manchmal zwingen einem widrige Umstände ein Leben auf, das man nie gewollt hat – und so haben wir hier die erschütternde, etwas melancholische, teils auch hochkomische Lebensbeichte eines Mannes vor uns, der weder Held noch Verbrecher sein wollte, es aber nie selber in der Hand hatte, über sein Leben zu entscheiden. Ein ungeheuer eindrucksvolles Buch.

Red Dog
Die Komödie basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Held des Films ist ein streunender Mischling, der 1971 in der Bergbausiedlung Paraburdoo geboren wurde. Der häufig streunende Hund war unter den Fahrern von Fernlastern und Fahrzeugen der Minen eine lokale Berühmtheit. Irgendwie wurde aus dem Tier eine Art sozialer Mittelpunkt der harten Typen die es aus allen Ecken des australischen Kontinents und weit darüber hinaus in den rauen australischen Nordwesten gezogen hatte. Das Tier erfreut durch Kunststückchen und amüsiert durch Cleverness. Allerdings wurde ihm eines Nachts übel mitgespielt: Zweimal wurde ihm ins Bein geschossen, doch er wurde in ein 350 km entferntes Hospital gebracht wo sein Leben gerettet wurde. Das Tier wurde zu einer regionalen Berühmtheit. Red Dog starb im November 1979 wahrscheinlich an einem vergifteten Köder. Der Film feierte seine Weltpremiere am 13. Februar 2011 im Rahmen der 61. Internationalen Filmfestspiele von Berlin.

Samson & Delilah
Beeindruckendes Spielfilmdebüt des Regisseur Warwick Thornton (selbst Aboriginie) in ruhiger Bildsprache mit sehr wenig Text. Der Film handelt in einem Aboriginal-Reservat und zeichnet ein realistisches Bild des oft trüben Alltags als Sozialhilfeempfänger ohne Perspektive. Die beiden Teenager Samson (Rowan McNamara) und Delilah (Marissa Gibson) leben in den Tag hinein. Er schnüffelt Benzin, sein Vater ist im Gefängnis und er dämmert durch einen Tag wie den nächsten. Delilah dagegen malt Bilder und verdient sich so ein paar Dollar. Beide sind Aussenseiter, selbst in der eigenen Gemeinschaft. Sie machen sich in einem gestohlenen Pick-up auf den Weg in die Grossstadt und müssen feststellen, dass sie dort mangels Integrationsmöglichkeiten nur noch tiefer sinken. Der Film erhielt in Cannes 2009 eine goldene Kamera.

Dieser Beitrag über Australien wurde von Trottomundo, das Reisebüro – der Outdoorshop erstellt

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